michael lissek

radiophone dokumentationen


  hermann bohlen // peter leonhard braun //  rene farabet  //  walter filz  //  uli gaulke //  jens jarisch // malte jaspersen// peter klein //  helmut kopetzky // kaye mortley // petschinka //  friedrich schütze-quest



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featuregespräche


das feature besitzt beinahe keinen notierten diskurs. kaum jemand, der über das feature jenseits des tagesgeschäfts geschrieben & publiziert hätte. (siehe aber auch die arbeit von TANJA RUNOW; ein feature-theorie-prototyp) 

anders beim dokumentarfilm: meterweise fachliteratur zum thema. bibliotheken mit dvds, videos. und an journalistenschulen kann man lernen, wie man sie macht, die dokumentarfilme.

anders auch beim hörspiel: als explizit literarische gattung mit autoren wie eich, fichte, böll, jandl, mayröcker usw. ist ihm der diskurs gewiß.

das feature wird in großen mengen hergestellt, aber jenseits eines engen zirkels kaum ästhetisch reflektiert. neuere texte über feature sind werkstatttexte, die erklären, wie man features produziert und wie mikrofone nieren- oder kugelförmig funktionieren.

featuregespräche kann dem nicht abhelfen. sie sind ein (kleiner) versuch, mithilfe von gesprächen einen vorläufigen diskurs herzustellen. featuregespräche ist eine materialsammlung, die einem zukünftigen (diskurs, autor, forscher) von nutzen sein möchte.

featuregespräche ist noch im aufbau, und regelmäßig sollen neue gespräche hinzukommen. 
auch ist die liste der interviewpartner niemals vollständig, sondern unterliegt permanenter aktualisierung. 

wer regelmäßig über änderungen und neuaufgenommene gespräche informiert werden möchte, schreibe mir eine mail.

die autoren / produzenten, die interviewt wurden / interviewt werden sollen, sind (in alphabetischer reihenfolge):


hermann bohlen online!

peter leonhard braun online!

rene farabet

walter filzonline!

uli gaulke online!

jens jarisch online!

malte jaspersen

peter kleinonline!

helmut kopetzky online!

kaye mortley online!

petschinkaonline!

friedrich schütze-quest

(wer aus den eingestellten soundfiles  zitieren möchte, tue das bitte unter angaben der quelle)




hermann bohlen

kein zeitgenössischer autor hat das aktuelle hörspiel beeinflußt wie hermann bohlen. 

was allerdings nur auf einem mißverständnis beruht: bohlens produktionen sind gar keine hörspiele, sie sind zum allergrößten teil features. "jäger rufen hirsche", "hörspiele und andere geräusche in der popmusik", "onager", "sag doch auch mal was": alles features. bohlen wollte nur das hörspielhonorar abgreifen. und sein berühmtestes hörspiel, "prozedur 7.7.0", ist auch ein feature. irgendwie. und irgendwie auch nicht.

behaupte ich. 

was sagen Sie dazu, herr bohlen?

das interview als langer einteiler (27'51)


peter leonhard braun

über leonhard braun muß beinahe nichts mehr gesagt werden. er spricht für sich selber. generell. und auch im gespräch mit mir.  

das interview: demnächst

miscellaneous

PLB (und sein damaliger toningenieur) während einer veranstaltung von RADIO TESLA am 14.02.2007 (mit freundlicher genehmigung von RADIO TESLA):

zu braun siehe auch tanja runows arbeit über "polyphonie im radio-feature"


gisela corves


rene farabet

gründer des atelier de creation radiophonique und produzent einzigartig-seltsamer sendungen. ähnlich wie kaye mortley, mit der ihn eine enge zusammenarbeit verbindet, löst farabet die trennung von atmo und o-ton auf und bringt damit den klang in einen (zwischen)zustand des schwebens. 

farabet gilt als der intellektuelle und semiotiker des radiofeatures.
ich spreche mit ihm über die situation, in der das atelier de creation radiophonique entstand und über seine zielsetzungen. darüber, warum ihm die erzählung stets wichtiger war als die information, und was das für ein genre bedeutet, das - in deutschland zumindest - seine wurzeln im journalistischen hat.

das interview: demnächst


walter filz

filz gilt als der erfinder des "thetischen features": einer haarsträubenden these folgt eine nicht minder atemberaubende durchführung. in der alles irgendwie zusammen darf: zwielichtige interviews, u-musik, philosophie und informationssatire.

filz galt lange zeit als chef-autor des wdr. mittlerweile ist er chef vieler autoren beim swr geworden. mit ihm spreche ich über sein (des-)interesse an interviewpartnern, die "atmo" im feature und das filzsche prinzip der brachial-montage.

teil 1: in den stücken von walter filz gibt es keine interviews: walter filz leugnet und erklärt das thesenfeature (4'01)

teil 2: was ist das, ein feature, herr filz? (4'08)

teil 3: walter filz reflektiert das medium, während er das medium bedient. die "kamera im bild" (3'49)

teil 4: am orinoko. die atmo als schwindel. überlegungen zu brot, butter und braun (5'42)

teil 5: das stück "ästhetisierung von katzenfutter" als jonglage mit etablierten radioformen (6'33)

teil 6: das 5000-teil-puzzle. brachiale montage als gedanken-formation (3'06)

teil 7: was ist Ihr lieblingsfeature, herr filz?

eine laudatio auf walter filz zum HÖRSPIELPREIS


uli gaulke


uli gaulke hat bisher noch keine radio-features gemacht und wird aller voraussicht nach auch nie welche machen. 

uli gaulke ist dokumentarfilmer. sein letzter film, "comrades in dreams", der von filmvorführern in aller welt handelt, lief im januar 2007 auf dem von robert redford gegründeten SUNDANCE FESTIVAL und bekam stehende ovationen. uli gaulke ist gut im geschäft.

grund genug, ihn über seine arbeitsweise zu befragen. vielleicht hat die ja etwas mit der von featuremachern zu tun...

das interview



jens jarisch


jarisch erhielt in den jahren 2005 und 2006 für seine features den renomierten PRIX EUROPA. 

er spricht über sein verständnis von feature-ästhetik und wird bei einem exkurs über mikrofone emotional. er sucht eine "welt dahinter" und tut das über die oberfläche.

ein freundschaftliches parlando.

teil 1: stimme geben. die dominanz des bildes. exkurse über die macht. (13'14)

teil 2: die blutprobe. biografisches. (8'07)

teil 3: "ich glaube ihm nicht, aber er sagt die wahrheit." zuständigkeit. oder: die welt dahinter. (11'51)

teil 4: die wahl der waffen. mikrofone. oder: das größte mißverständnis in der welt des features. (10'59)

teil 5: explorationen. gründe für die eigenproduktion. (10'22)


malte jaspersen

malte jaspersen lebt seit 18 jahren in japan. dort produziert er regelmäßig features, die uns auf höfliche weise darüber informieren, daß es noch etwas anderes gibt als westeuropa. er tut dies weniger dadurch, daß er kulturelle differenzen benennt, als dadurch, daß er japan zum klingen bringt. oder besser: klingen läßt. jaspersens stücke sind keine kanäle, sie sind flüsse. jaspersen nimmt menschen auf, die lachen. und regentropfen, die fallen. hin und wieder eine kleine aufzeichnung aus dem leben des malte j., die von einer brachialen musikcollage gekontert wird. dann zahlen, fakten, informationen. so mäandern jaspersens stücke zwischen lärm und stille, zwischen narration und information. ein akustisches-haiku-werk, das seltsamerweise doch erzählerische präzision besitzt.

in seinen letzten arbeiten hat sich sein arbeitsfeld verschoben. malte jaspersen berichtet auch aus china. und arbeitet - wie in seinem stück "amaterasu" - mit der 5.1.-sorround-technik. eine neue herausforderung, wie er selber sagt.

jaspersens kurzvita / werkauswahl, sept. 2007 als .doc

das interview: demnächst


peter klein

bekannt geworden ist peter klein durch sein gemeinsam mit michael köhlmeier produziertes stück "march movie", das als erstes "fake-hörspiel" nach "krieg der welten" gilt und eines der meistgespielten hörspiele überhaupt ist. und übrigens auch hermann bohlen zu "prozedur 7.7.0." inspirierte.

mittlerweile war peter klein leiter der featureredaktion des orf und ist nun leiter der hörspielabteilung desselben senders. mit ihm spreche ich über die unterschiede zwischen der deutschen und österreichischen featureproduktion, über die qualität von autorInnen und redakteurInnen und die bedeutung der sozialen kompetenz eines featureredakteurs.

das interview (16'53) 

aus dem inhalt: 1. versuch einer feature-definition ¦ 2. was man alles können muss: der perfekte feature-autor ¦ 3. volkshochschule, teil 1: die vorteile des daseins als redakteur ¦ 4. die kunst des hintergrunds. redaktion als soziale kompetenz ¦ 5. ORF & ARD: die fallstricke der arbeitsteilung. oder: "es ist nicht gut" ¦ 6. volkshochschule, teil 2: autorenbetreuung beim ORF



helmut kopetzky


helmuth kopetzky macht seit über 40 jahren features, ist aber aufgrund seines freundlichen wesens noch immer für kritik zugänglich. kopetzky ist einer der wenigen, der über seine arbeit auf hohem niveau texte publiziert und außerdem - als feature-lehrer in EBU und ARD - einer heerschar von jungmenschen beigebracht hat, wie das gehen könnte, das feature. 

seit sehr vielen jahren produziert kopetzky seine stücke selber, weshalb in seiner fuldaer wohnung tonbänder, bandgeräte, cds, kabel und bildschirme fröhlich die innenarchitektur (und mehr; s.o.) prägen.  

viereinhalb jahre lang war er redakteur beim SFB, schmiss dann aber hin und kehrte zurück zu mikrofon, mischpult und freier autorenschaft, was für ihn spricht. 

im februar 2009 ist er für sein lebenswerk mit dem AXEL-EGGEBRECHT-PREIS ausgezeichnet worden (s.u. "miscellaneous").

mit kopetzky spreche ich über seine herkunft aus der "braunschen schule" und einen großen mythos des features: das "ich" des erzählers, das ziemlich männlich daherkommt, sowie über das mikrofon, das einen eigenen willen hat.

teil 1: being ernest hemingway. ästhetik des kurzen satzes und die braunsche feature-schulung (13'14)



kaye mortley

kaye mortleys hörstücke sind nicht von dieser welt. gemeinsam mit rene farabet arbeitete sie für das atelier de création radiophonique in paris, für das sie sendungen sphärischer schönheit erstellte. ihre produktionen verabschieden auf einzigartige und verwirrende weise die üblich strenge disjunktion von interview und geräusch. "erzählen" bekommt bei ihr eine neue dimension: verzicht auf kontinuitäten und gleichzeitige präponderanz des sounds rücken ihre akustische syntax in die nähe des musikalischen. wenn irgendein featuremacher NICHTS mit journalismus zu tun hat, dann kaye mortley.

das interview als 12-teiliger lückentext. aufgenommen offenbar mit zittriger hand.

das interview (19'54)

aus dem inhalt: 1. ephemere produkte statt fest-schriften. ein existenzzeichen, das verschwindet. ¦ 2. feature & ballett. angemessen statt "schön". ¦ 3. das "ideale stück" ¦ 4. literarische referenzen. eine verweigerung ¦ 5. anfänge. journalistischer kram. ¦ 6. die fehlende erwartung. ¦ 7. abwesende aufmerksamkeit. interviewsituationen. ¦ 8. schneiden & module bauen. arbeitsweisen.  ¦ 9. atélier de création radiophonique. das scheitern der transkription.  ¦ 10. aufenthaltsorte. akustische räume. ¦ 11. das verschwinden des "anderen" radios.  ¦ 12. stil. die unhintergehbare schreibweise. der kaye-mortley-sound.


petschinka

petschinka, der mit vornamen eberhard heißt, aber bloß petschinka genannt sein möchte, hat 2007 den prix europa für sein hörspiel SANTO SUBITO gewonnen. als ich ihn sprach, wußte ich das noch nicht, das war drei tage vorher. 

petschinka malt, er schreibt romane und für's theater, er produziert hörspiele und features, war mal schuldirektor und taucht nirgends ohne seine schwarzen notizbücher auf, weil er (nach nietzsche) auf das "diktat" seiner kreativität wartet. wenn die kommt, schreibt er eifrig mit. er erscheint häufig mit einem co-autor, der "krok" heißt, aber "krok" ist er selber.

da geht dann auch im gespräch einiges durcheinander, und (nur) über das feature mit petschinka zu sprechen ist schwer, weil das ja doch nur ein aspekt seiner kreativität ist.

bis die hunde uns finden und sein portrait des musikers bernhard lang waren die stücke von ihm, die mich am meisten beeindruckt haben und die in deutschland seltsamerweise noch ziemlich unbekannt sind. vielleicht deswegen, weil petschinka in diesen stücken den journalismus nur streift; seine route führt in die wiederholung und die schleifenbildung von o-ton-, atmo- und musikalischem material. er eröffnet damit assoziationsräume, die die signifikanten flirren lassen.

dies ist nicht wirklich ein interview über das feature. dies ist ein ungeordnetes gespräch über einen, der auch features macht. über petschinka.

teil 1: ästhetik der schmutzigen aufnahme. petschinka hat ein schlechtes mikrofon. (2'39)

teil 2: das feature konstruiert wirklichkeit. obwohl gegen journalismus manchmal gar nichts zu sagen ist. (1'43)

teil 3: skurille trouvets. petschinka schlägt sich auf die schenkel, hat keine fragen und findet stattdessen skurillitäten. (4'40)

teil 4: petschinka als sekretär der einfälle. (1'18)

teil 5: petschinka gewinnt einen preis und bekommt nur die hälfte. mit features hat das nichts zu tun, beweist aber die wesentliche furchtlosigkeit des herrn petschinka. (3'13)

teil 6: malen. schreiben. mischen. alles durcheinander. die großartigen möglichkeiten des radios. und die zusammenarbeit mit dem komponisten mitterer. (3'35)

teil 7: das pseudonym "krok" als mädchenräuber. die geschichte von der ukrainischen heilerin. (6'33)



friedrich schütze-quest

friedrich schütze-quest hat keinen computer. man kann ihm keine mails schicken. außerdem ist er ständig unterwegs.

in diesem fall allerdings war er greifbar, und so konnte ich mich mit dem altmeister des "reise-features" darüber unterhalten, welche rolle die schreibweise für das feature spielt. und warum er - trotz fragmentarisierung, erzählkrise und postmodernismus - immer noch so wichtig ist: "der erzähler".

das interview: demnächst



hermann bohlen // peter leonhard braun // rene farabet  //  walter filz  // uli gaulke // jens jarisch //  malte jaspersen // peter klein //  helmut kopetzky // kaye mortley // petschinka // friedrich schütze-quest

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